Leitung: Michael Radeck
Trainer: tba
Übergreifende Themen:
Beschreibung der Inhalte
Mit der Einführung von HD wird die TV- und Filmproduktion nicht einfacher. Im Gegenteil: Gerade die Postproduktion wird mit einer Vielzahl von Formaten konfrontiert. Bisher gab es nur Pal oder NTSC, bei HD existieren dagegen etwa 30 Formatvariationen und noch mehr Kompressions– bzw. Codec-Variationen. Schon bei der Wahl des Projektformates muss der Operator in der Post aufpassen, denn die falsche Wahl kann erhebliche Folgen auf die finale Ausgabequalität haben. Die 3D- oder die VFX-Abteilung kann mit der richtigen Formatwahl den ganzen Produktionsprozess um über 100% beschleunigen, sowie erhebliche Speicherkapazität sparen und trotzdem optimale Qualität liefern. Es gibt Arbeitsschritte, die Detail-Auflösungsverluste von 50% und mehr verursachen können.
Die Dozenten von Hands on HD haben einen langjährigen Erfahrungshorizont mit HD-Produktionen. Teilnehmende werden in kürzester Zeit die wichtigsten Anwendungsprobleme der neuen HD-Technologien vermittelt bekommen. Damit kann eigene kostenintensive Feldforschung übersprungen und die leistbare Qualität Kunden gegenüber sicher vertreten werden. Als Beispiel: Die vielen neuen Monitortechnologien führen zu verwirrenden Qualitätsproblemen, die die korrekte Bewertung beinträchtigen. Bis vor Kurzem gab es noch keine Klasse 1 Monitore in High Definition, und dem IRT zufolge ist das noch immer so. Wenn also Kunden ihren fertigen Film auf einem Plasma-Bildschirm sehen und die Qualität bemängeln, weil das Bild plötzlich heftig rauscht, sollte Kenntnis über die Ursachen bestehen. Sonst droht der Verlust von Kunden und Geld.
720p oder 1080p oder 1080i? Die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich für 720p entschieden, die Privaten senden in Deutschland 1080i. Für internationale Verkäufe wird in 1080p produziert. Welches Format ist das richtige Produktionsformat, welches das richtige für die Postproduktion und wie lässt sich das verbinden? Das allein sind komplexe Themen - und können am Besten aus der Sicht der Postproduktion beantwortet werden. Verantwortliche sollten hier in Zukunft die Produktion beraten, um eine Optimierung des Workflows zu ermöglichen. Trotz des höheren Aufwandes, gerade beim 720p-Format, kann sonst eine gute DigiBeta- oder Studioproduktion in SD auf den Zuschauer einen höherwertigen Eindruck machen.
Die Wahl des falschen Produktionsformates kann kostenintensive Folgen haben. Ständig erscheinen neue Kameratypen mit neuen Kompressionscodecs oder HD-Formaten auf den Markt, aber nicht alle Postproduktionssysteme können diese auch verarbeiten. Der zeitliche Delay hat je nach System schon bis zu zwei Jahren ausgemacht. Wer eine HD-Kamera kauft, sollte entsprechend genau prüfen, ob sein Postproduktionssystem damit auch umgehen kann. Ob der Workflow dann auch schon effizient ist, ist eine zweite Frage. Da wird von Herstellerseite besonders gerne zu viel versprochen bzw. verschwiegen.
Die einzigartige Anhäufung von verschiedenen Technologien und Systemen bei Hands on HD ermöglicht einen umfangreichen Praxis-Test und realistischen Vergleich. Bei Hands on HD werden die Teilnehmenden nicht von einem Demoartist „vorgeführt“, sondern der Leistung einer Technologie kann selbst „auf den Zahn gefühlt“ werden.
Die Kameraklassen bekommen die Gelegenheit, selektierte Übungen auch in der Postproduktion bewerten zu lassen. Dabei wird ein interaktiver Know-How-Austausch mit den Teilnehmenden der Postproduktion ermöglicht. Am letzten Tag wird allen Klassen gemeinsam beim großen Screening eine Gesamtauswertung des Workshops präsentiert, die aus ausgewählten Zusammenfassungen von Übungen in der Postproduktion erstellt wird.
Themen-Auswahl der Postproduktion:
15.07.2010