
Prof. Dr. Susanne Boll
Prof. Dr. Susanne Boll vom Institut für Informatik der Universität Oldenburg moderierte am 8. November 2011 auf dem ConventionCamp in Hannover eine spannende und zukunftsweisende Session zum Thema Mobilität von Fahrzeugen und Waren. Die drei geladenen Mobilitätsexperten aus den Bereichen Logistikdienstleistung, Verkehrsplanung und Automobilindustrie beleuchteten in Kurzvorträgen neue Logistik- und Verkehrskonzepte und diskutierten Chancen und Herausforderungen im Bereich der Mobilität von Menschen und Waren.
Hendrik Janke, Business Process Manager bei Hellmann Worldwide Logistics, eröffnete das Panel mit seinen Ausführungen zur Zukunft der Mobilität aus der Sicht eines Logistikdienstleisters. Dem Logistikexperten zufolge werden Transportströme in Zukunft weiter zunehmen.

Prof. Bernd Müller und Hendrik Janke
Dies sei vor allem auf die wirtschaftliche Entwicklung in Asien und Afrika und die daraus resultierenden Handelsströme zurückzuführen. Zudem verändern sich laut Hendrik Janke auch die Aufgaben eines Logistikunternehmens: „Während früher der Warenfluss und der Ausbau von Transportnetzwerken im Mittelpunkt der Optimierung standen, ist Logistik heute als eine ganzheitliche Prozesslösung anzusehen.“ Der Logistiker werde zum Prozessintegrator der Supply Chain und auch die Bedeutung von Informationstechnologie nehme in der Logistik stetig zu: „Logistik ist IT-Umsetzung.“ Trends die nach Meinung von Hendrik Janke in der Zukunft der Logistikbranche eine Rolle spielen werden sind unter anderem Plug&Play Logistiklösungen, also vollautomatisierte und selbstüberwachende Systeme.
Die Verkehrsplanung der Zukunft veranschaulichte Prof. Bernd Müller vom Amt für Verkehr und Straßenbau der Stadt Oldenburg an spannenden Beispielen aus der Praxis. Globale Megatrends wie der Klimawandel und die drohende Erdölknappheit beeinflussen die Verkehrsplanung. Um CO²-Emissionen zu reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, wird auch in Oldenburg seit einiger Zeit verstärkt auf den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs und die Förderung des Radverkehrs gesetzt. Prof. Bernd Müller berichtete von einem Projekt das zu bestimmten Stoßzeiten Radfahrern an großen Kreuzungen eine grüne Welle beschert, um so neue Anreize fürs Radfahren zu schaffen. Zudem arbeite die Stadt Oldenburg an der Entwicklung einer Software, die es dem Nutzer ermöglichen soll detaillierte und aktuelle Informationen über den Öffentlichen Nahverkehr abzurufen. Selbst Auskünfte über die gegenwärtigen Position eines jeden Busses solle die Software zukünftig liefern. Prof. Bernd Müller sieht außerdem noch weitere Einsatzmöglichkeiten eines derartigen Informationsprogramms für den Öffentlichen Nahverkehr: Solch eine Software würde dann auch Autofahrern zugutekommen, da Verkehrsstörungen auf Busrouten sofort bekannt gegeben würden.

Dr. Martin Weiser
Im Anschluss an die Ausführungen von Hendrik Janke und Prof. Bernd Müller diskutierten die Panelteilnehmer und Prof. Dr. Susanne Boll von der Universität Oldenburg mit dem Publikum unter anderem Datenschutzaspekte bei der Erhebung von Daten zur Verkehrsplanung und unterschiedliche Szenarien für die Zukunft der Transportwirtschaft.
Dr. Martin Weiser von der Volkswagen AG rundete das Panel mit seinem Vortrag zur Zukunft des Individualverkehrs ab. Globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel und der zunehmenden Urbanisierung begegnet die Automobilindustrie Dr. Martin Weiser zufolge mit kleineren und sparsameren Fahrzeugen, Investitionen in Elektromobilität und der Entwicklung neuer Car-Sharing-Konzepte. Zudem sprach er über neue Fahrerassistenz- und Fahrerinformationssysteme, die den Fahrer entlasten und dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Menschen in Zeiten zunehmender Verkehrsdichte Rechnung tragen sollen. Der Fahrerarbeitsplatz wandle sich im Auto 2.0, sodass der Fahrer zu einer Art Kapitän werde, der zwar die Kontrolle behalte, aber nicht mehr alles alleine machen müsse.
13.01.2012
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