Am 26. April 2012 fand der Nachholtermin mit dem Referenten Dr. Willms Buhse in der Veranstaltungsreihe Media Future statt. Anhand von praktischen Beispielen erklärte Buhse den anwesenden Medienstudenten des IJK und der FH Hannover sowie Vertreter der Medienbranche Niedersachsens, wie er sich das Management der Zukunft vorstellt.
Um die aktuellen Probleme zu verstehen, muss man jedoch erst einen Schritt zurückgehen. Zu Beginn der Industrialisierung hatte sich, laut Buhse, das „Command and Control“-Management etabliert. Manager brauchten Arbeiter mit zwei Händen – ohne den denkenden Kopf dazwischen. „Heute leben wir allerdings in einer Wissensgesellschaft, in der eine Trennung zwischen arbeiten und denken keinen Sinn mehr macht“, erklärt Buhse. Unternehmen wären jedoch häufig immer noch so strukturiert wie zu Beginn der Industrialisierung. Auf Seiten der Mitarbeiter führt das zu Unmut. Ca. 86 % der Angestellten arbeiten laut eigenen Angaben nicht engagiert und desillusioniert in Unternehmen. Es sei die Aufgabe des Managements dafür zu sorgen, dass sich dies ändert. Manager sind jedoch zunehmend überfordert und zeigen sich angesichts der aktuellen Entwicklungen zunehmend ratlos.
Die zentrale Frage lautet: Wie kann man diese zwei Welten verknüpfen – die neue, transparente, offene und vernetze Welt mit der bestehenden strukturierten, hierarchischen und sicherheitsbedürftigen Unternehmenskultur? „Der Wechsel zwischen den Strukturen ist hier die Lösung“, erklärt Buhse dem interessierten Publikum. Ein Unternehmen braucht zum einen eine Vernetzungsstruktur. Diese gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, mit mehr Selbstorganisation und Selbstverantwortung zu arbeiten. Das führe zu einer größeren Identifikation mit dem Unternehmen und somit zu mehr Motivation. Dennoch braucht ein Unternehmen auch klare Strukturen. „Die Wahrheit liegt in der Mitte zwischen Vernetzung und Struktur“, so Buhse und genau diese Mitte müssten die Manager von Morgen finden und umsetzen.
In zahlreichen Fallbeispielen zeigte er dem Publikum Erfolgsgeschichten, die Unternehmen durch die neuartige Vernetzung gelungen sind. Am Ende des spannenden Vortrages zeigte sich das Publikum beeindruckt und nutzte die Diskussionsrunde, um weiterführende Fragen an den Experten zu richten. Im Sinne der Vernetzung wurde beim anschließenden Get-together die Möglichkeit genutzt, das eben gehörte zu vertiefen und sich bei entspannter Atmosphäre über die neuen Herausforderungen des Managements auszutauschen.
02.05.2012