Am 19. Mai 2004 fiel in Bollen bei Achim die letzte Klappe zum nordmedia geförderten Kinofilm "86". Hier standen im "Alternativen Wohnkollektiv Regenbogen" Peter Lohmeyer, Gabriela Maria Schmeide mit ihrem Filmsohn Franz Dinda, Eva Kryll, Richy Müller, Bernhard Petersen und Falk Rockstroh 15 Tage vor der Kamera von Andreas Höfer. Im Film liegt ihre Kommune in Wattstedt, in dessen direkter Nachbarschaft das Atomkraftwerk Brokdorf gebaut wird.
Die öffentlichen und privaten Konflikte rund um den Widerstand gegen das AKW haben Regisseur und Co-Autor Lars Jessen und Autor Ingo Haeb (v.li.) zu einem authentischen Porträt der 80er Jahre verarbeitet. Dabei konnten Sie auf eigene Erfahrungen zurück greifen, haben aber auch viele Dokumente aus den 70er und 80er Jahren gesichtet und ausgewertet. Fünf Jahre hat das Autorenteam am Drehbuch gearbeitet. Die Projektentwicklung wurde von der nordmedia Fonds GmbH gefördert. Für Lars Jessen ist es „an der Zeit, dass sich die junge Generation mit den 80er Jahren auseinandersetzt, einer Zeit, als der Lack der Revolution längst ab war“.
Mit seinem Kinodebut will Jessen diese Zeit wieder in Erinnerung rufen, nicht nur den Kampf gegen Atomkraftwerke, sondern auch die Träume und alternativen Lebensentwürfe. Dabei konzentriert er sich auf die Entwicklungen, Wege und Irrwege der Kommunebewohner, die kaum Fluchtpunkte aus ihrer "Käseglocke" haben und wo deshalb die Meinungen - nicht nur am Küchentisch - aufeinanderprallen. Wie weit beispielsweise darf der Widerstand gegen das AKW gehen ohne dabei die erhoffte Akzeptanz der Kommune im Dorf aufs Spiel zu setzen. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zwingt alle zu sehr persönlichen Entscheidungen.
Ideale Drehbedingungen sowohl für die Außen- als auch für Innenaufnahmen fand das Filmteam im Dorf Bollen bei Achim auf einem eigentlich zum Abriss vorgesehenen kleinen Hof. Bei einem Drehortbesuch fühlten sich die Pressevertreter sofort in die 80er Jahre zurück versetzt - das "organisierte Chaos" zog sich durch alle Locations. "Alles sehr authentisch" lauteten denn auch die Kommentare der etwas älteren Journalisten.
Gedreht wurde von Kameramann Andreas Höfer auf S 16mm in Bollen, in Horstedt (Landkreis Rotenburg/Wümme) und weiteren Orten und natürlich auch in Brokdorf. Dort wurde mit zwei Kamerateams und rund 400 Komparsen eine der vielen Brokdorf-Demos nachgestellt. Insgesamt standen für die Produktion 25 Drehtage zur Verfügung.
Auf dem Foto: untere Reihe: Elke Peters (Neue Mira Filmproduktion), Lars Jessen und Ingo Haeb; oben links: Kameramann Andreas Höfer.
"86" ist eine Co-Produktion von Neue Mira Filmprodukion und Radio Bremen, NDR und Arte und wird gefördert von der nordmedia Fonds GmbH, der MSH Schleswig-Holstein, der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein und der BIA Bremer Innovationsagentur.
Der Film wird 2005 in die Kinos kommen.
Siehe auch "86"
Fotos: Kerstin Hehmann
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