
Graf-Haeseler-Straße
Zehn vermummte Polizisten schleichen sich lautlos an das beschauliche Reihenhäuschen im idyllischen Stadtteil Schwachhausen. Kein Mucks ist zu hören. Schließlich stürmen die Beamten in die Tür, überwältigen den Familienvater und schleppen den verängstigten Mann weg. Zum Glück waren die Anwohner informiert. Es ist auch nicht ihr Nachbar, sondern Schauspieler Kurt Krömer, der diesen „Adrenalinflash“ erlebt. Alle klatschen, als die Szene endlich im Kasten ist. Die Kinder in der idyllischen Bremer Straße sind hellauf begeistert von der Abwechslung, die das Team um Produzent Harald Siebler in ihr Quartier bringt: „Das ist so aufregend. Hier sollen mehr Filme gedreht werden.“
Ein großer logistischer Aufwand ist das Projekt „GG19“. Die ersten 19 Artikel des Grundgesetzes als Episodenfilm fürs Kino: gedreht in 19 Städten, realisiert von 19 Regisseuren, mit 19 verschiedenen Teams. Ausführender Produzent ist Harald Siebler mit seiner Firma „movie members“ aus Berlin. Unterstützt wird er von vielen Prominenten, u.a. von Schauspielerin Marion Kracht, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Produzent Klaus Boje.
Der Film, eine Kino-Koproduktion mit dem ZDF, will dem Verhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen Bürger und Grundgesetz nachspüren. Er will nicht abstrakt belehren oder blank illustrieren, sondern Fragen aufwerfen und zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Dies tut er in Form von dramatischen, komischen, originellen und berührenden - aber immer zum Nachdenken anregenden Geschichten. 19 Autoren haben die Drehbücher zu den Artikeln verfasst. „Adrenalinflash“ stammt aus der Feder von Raimund Maessen. Die nordmedia Fonds unterstützt dieses ungewöhnliche Projekt mit einem Betrag von bis zu 50.000,00 €. Förderberater Henning Kunze: „Das Filmprojekt will sich auf unterhaltsame Weise an die Wurzeln unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, den auf Normen und Werten ruhenden „basics“, herangraben. Das ist ein anerkennenswertes Vorhaben. Zudem ist ein Verleih mit im Boot, der u.a. Kinospielfilme wie „Luther“ oder den Dokumentarfilm „Höllentour“ erfolgreich in die Kinos gebracht hat.

Kamermann Carl F. Koschnick
In Bremen kam die Unterstützung vom nordmedia Regionalbüro. Die Mitarbeiter stellten die Kontakte zur örtlichen Szene her und vermittelten – in enger Zusammenarbeit mit dem Bremer Location Scout Jan Meier - außergewöhnliche Schauplätze wie z.B. der Blick auf die Stadt vom sog. Becks Turm, dem Verwaltungsgebäude der InBev-Brauerei. Regisseur Johannes von Gwinner zeigte sich von den vielfältigen Motiven Bremens angetan. Auch die Zusammenarbeit mit den genehmigenden Behörden lief reibungslos.
Da das typische Schmuddelwetter zur Drehzeit im Oktober ausblieb, half die Bremer Feuerwehr mit einem Sprengwagen, eine Straße zu wässern.Alle 19 Episoden sind voraussichtlich im Frühjahr 2007 fertig gestellt. Bundesweiter Kinostart ist für den Sommer 2007 geplant.
Siehe auch: GG19
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