Ungewöhnlich weit gereist ist der neue Kurzfilmstipendiat der Stiftung Kulturregion Hannover und der nordmedia Fonds: Ben Chessell kommt aus Australien und hat sich neben zahlreichen anderen Kurzfilmern aus Deutschland im vergangenen Jahr auf das begehrte Stipendium in Hannover beworben. Mit Beispielen aus seiner Filmographie wie auch mit seinem aktuellen Filmprojekt, das er während des Stipendiums in Hannover realisieren wird, überzeugte er die Jury schnell. Am 8. Januar 2004 bezog er die Stipendienstätte Villa Minimo, in der er die nächsten sechs Monate leben und arbeiten wird. (Foto: Ben Chessel und Produzentin Carmen Stozek)
Ben Chessell hat bereits einiges an Erfahrungen und an Erfolgen als Filmemacher vorzuweisen. Jüngst drehte er mit großzügiger Unterstützung der Australien Film Commission seinen letzten Kurzfilm mit dem Titel „Heartworm“.
Sein für Hannover geplantes Filmprojekt überzeugte die Jury auch durch den Filmstoff: Unter dem Titel „A Familiar Lullaby, this Time in German“ wird eine Geschichte von zwei australischen Liebenden entwickelt, die sehr phantasievoll das Leben in Europa mit den Prägungen der beiden Australier verbindet und damit versucht die kulturelle Kluft zwischen Australien und Deutschland auf neue und gewagte Weise zu überbrücken. Unterstützung bei der Produktion des Films erhält er durch die Münchener Produzentin Carmen Stozek von the.kitchen.filmproduktion.
Zweiter Stipendiat in diesem Jahr wird der Berliner Künstler und Filmemacher Klaus W. Eisenlohr sein, der ab Juli bis zum Ende des Jahres in der Villa Minimo leben und arbeiten wird. Gemäß seiner künstlerischen Entwicklungen und Ausbildung, die sowohl im Bereich Bildende Kunst wie auch im Bereich Film und Neue Medien erfolgte, sind seine Filmprojekte weniger narrativer als vielmehr experimenteller Natur. So plant er für Hannover ein Projekt, dass sich beobachtend und forschend im Stadtraum bewegt und daraus Stadt- und Menschenbilder entstehen lassen will, die neue Perspektiven eröffnen. (Foto: Ben Chessel li. und Klaus W. Eisenlohr re.)
Ziel des Stipendiums cast & cut ist es, das kreative Potenzial insbesondere im Bereich des Kurzfilms zu fördern. Vergeben wird das Stipendium von der Stiftung Kulturregion Hannover gemeinsam mit der nordmedia Fonds (Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen) an junge FilmemacherInnen aus dem Kurzfilmbereich.
Entstanden ist dieses Fördermodell aus dem Bewusstsein heraus, dass die hiesige Filmszene bereits einige herausragende Kurzfilmtalente hervorgebracht hat und dieses Potenzial eine Anerkennung und Stärkung verdient. Namen wie Kirsten Winter, Franziska Stünkel, Christoph Girardet, Gerd Gockel und Nils Loof haben den guten Ruf der hiesigen Filmszene begründet. Es ist den Förderern daher ein Anliegen, diesen Zweig weiter zu entwickeln und jungen Filmtalenten für eine Zeit lang angenehme und produktive Arbeitsbedingungen in Hannover bieten zu können.
Die Stiftung Kulturregion Hannover und die nordmedia Fonds bieten jährlich zwei Stipendien an. Die Stipendiaten/innen erhalten aus Stiftungsmitteln für jeweils ein halbes Jahr in Hannover Wohnmög-lichkeiten, einen monatlichen Geldbetrag in Höhe von 1.000 EUR sowie einen Produktionskostenzu-schuss in Höhe von 5.000,- Euro. Die nordmedia Fonds stattet jedes Stipendium mit einem weiteren Produktionskostenzuschuss in Höhe von 5.000 EUR aus.
Stipendienstätte ist die in attraktiver Lage Hannovers gelegene “Villa Minimo”, die von der Fa. Gundlach GmbH & Co. Wohnungsunternehmen freundlicherweise unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird. Sie beherbergt gleichzeitig die Stipendiaten/innen vom Kunstverein Hannover. Die Projektträger erhoffen sich durch die Verbindung von Bildenden Künstlern und Filmemachern zusätzliche Synergien im künstlerischen Schaffen.
Das Stipendium ist für Kurzfilmer aus dem gesamten Bundesgebiet Deutschlands offen. Es richtet sich gezielt an junge Filmemacher, die im Bereich des Kurzfilms ihre filmischen Erfahrungen erweitern und/oder kreatives Neuland betreten wollen.
Voraussetzung für die Bewerbung ist ein Kurzfilmprojekt, das während der Dauer des Stipendiums auf Film, Video oder einem anderen Trägermaterial realisiert werden soll. Für die Dauer des Stipendiums sollten sich die Stipendiaten/innen in Hannover aufhalten. Die Stipendien werden halbjährlich für die Zeiträume Januar - Juni und Juli - Dezember vergeben. Gewünschte Zeiträume sind bei der Bewerbung anzugeben.
10.12.2009
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