
Kröpcke Hannover um 1930
Historische Filme sind ein bedeutsamer, wenn auch relativ spät beachteter Teil des kulturellen Erbes. Ihre Bedeutung als historische Quellen für Forschung, Bildungs- und Kulturarbeit sowie für redaktionelle und wirtschaftliche Tätigkeiten hat in letzter Zeit deutlich zugenommen mit weiter steigender Tendenz. Dies gilt natürlich auch für das Land Niedersachsen und seine Geschichte. Leider gibt es hier bisher, wie auch in den meisten anderen Bundesländern, keine gesetzliche Regelung zur Filmarchivierung. Ebenso fehlt eine übergreifende landesweite Verzeichnung historischer Filmbestände. So droht der Verlust bedeutsamer Filmdokumente.

Seifenkistenrennen 1952
Nach langer Vorarbeit ist es der Gesellschaft für Filmstudien e.V. gelungen, ein Projekt auf den Weg zu bringen, das von nordmedia und dem MWK Niedersachsen über einen Zeitraum von 18 Monaten gefördert wird. Dieses Projekt versteht sich als erster Schritt, um die historischen Filmbestände landesweit zu erfassen und nutzbar zu machen. Mit Hilfe eines im Kulturarchiv an der FH Hannover erarbeiteten CMS wird eine grundlegende Erfassung des historischen Filmbestandes durchgeführt. Die Basis dieser Erfassung bildet ein Fragebogen, der auf der website online ausgefüllt oder von dieser herunter geladen werden kann.

Leine-Insel Hannover 1932
Die systematische Erfassung beginnt mit den kommunalen Archiven, den Museen und Medienzentren in Niedersachsen. Diese werden so weit möglich über Kooperationspartner, die jeweiligen Verbände, Arbeitskreise usw. kontaktiert. Darüber hinaus werden Landes- und kirchliche Einrichtungen sowie Vereine, Privatsammler, Bürgerinitiativen und Firmen angesprochen. Natürlich wäre es auch schön, wenn Filmemacher und Produzenten aus Niedersachsen historische Filmbestände melden würden.
Die Ergebnisse der Bestandserfassung werden in dem CMS im Internet präsentiert und sukzessive ergänzt. Dabei soll auch die Möglichkeit bestehen, nach Themen (Orte, Personen, Ereignisse etc.) sowie nach Einzelfilmen zu recherchieren. Falls einzelne Einrichtungen, Firmen oder Personen Bestände melden, diese aber nicht veröffentlicht sehen möchten, wird diesem Wunsch selbstverständlich entsprochen.
Weitere Informationen:
www.historische-filmbestände-in-niedersachsen.de
08.06.2011
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