nordmedia-Talk unterwegs in Bremerhaven: Jochen Coldewey, Leiter der Förderung der nordmedia, und Dr. Simone Eick, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses (DAH), begrüßten Referenten und Gäste aus ganz Deutschland zu einem zweitägigen Symposium zum Thema „Migration und Medien“. Zum Auftakt lieferte eine Führung durch das Deutsche Auswanderhaus spannende Einblicke in das komplexe Thema. In den begehbaren Szenarien des Museums, die viel Ähnlichkeit mit Filmkulissen haben, wurde schnell deutlich, dass "Migration" und "Medien" viel mehr miteinander zu tun haben, als zunächst vermutet.
Im Anschluss daran sprachen Andreas Heller (Architekt und Betreiber des DAH), Regisseur Ciro Cappellari, Dr. Simone Eick und Jochen Coldewey (v.l.) über die Filme „Welcome Home“ und „24h Buenos Aires“ und gaben Einblick in ihre Entstehung. Die Werke - eigens für das DAH von Cappellari produziert - werden dort fortlaufend in der Ausstellung gezeigt.
Am Abend präsentierte Ernst Schreckenberg (Leiter des Medienbereichs der Volkshochschule Dortmund) im faszinierenden "Ocean Cinema" des DAH einen spannenden Filmvortrag zum Thema Migration mit dem Titel "Das Herz ist mit schwer". Filmausschnitte von Charlie Chaplin über Elia Kazan bis Fatih Akin zeigten eindrucksvoll, was Menschen auf sich nahmen, um im Ausland ein neues Leben zu beginnen.
Beim darauffolgenden Get together hatten Teilnehmer und Referenten des Talks Zeit, sich über die Präsentation und ihre Eindrücke auszutauschen.
Am Freitag begann das Podium mit einer Präsentation der DVD „Aufbruch in die Fremde - Auswanderung nach Amerika“. Dazu berichteten die Referenten Dr. Diethelm Knauf (Landesarchiv Bremen), Regisseur Ulrich Scholz (Doc Arts Bremen) und Sara Sundermann (Edition Temmen) von ihren Erfahrungen und dem Umgang mit archiviertem Filmmaterial und der Aufbereitung zur DVD.
Danach folgte eine Projektpräsentation des geplanten und von der nordmedia-geförderten Films „Kai des Aufbruchs- Cuxhaven-USA/Canada“ von Brigitte Krause und Peter Roloff, dessen Fokus auf dem Steubenhöft-Gebäude liegt.
Im Anschluss daran sprachen NDR-Redakteurin Jeanette Würl (links) und Regisseur Özgür Yildirim (Mitte) über seinen nordmedia-geförderten Film „Chiko“. In diesem am klassischen Gangsterfilm orientierten Genrefilm ginge es um Respekt in der Jugendkultur, erläuterte Yildirim. Seine "Chiko"-Protagonisten glaubten alle, Respekt zu erlangen, indem sie Gewalt anwenden, so der türkischstämmige Regisseur weiter. Das wolle der Film anprangern. Und aus dieser Perspektive gehöre auch ins öffentlich-rechtlich Fernsehen, befand die zuständige NDR-Redakteurin Jeannette Würl.
Zum Thema „Auswanderer-formate im Privatfernsehen“ präsentierte Kabel1-Chefredakteurin Tanja Deuerling ihr erfolgreichstes Sendeformat: „Mein neues Leben XXL“. Die Sendung begleitet deutsche Auswanderer bei ihrem Start in einem anderen Land – das Format erreicht gute Quoten und ein positives Feedback des Publikums. Erk Simon von der WDR-Medienforschung stellte die Ergebnisse vor zur Studie über „Kulturelle Vielfalt und Integration im öffentlich rechtlichen Fernsehen“. Ein großer Unterschied des türkischen Fernsehens ist die Emotionalität im Gegensatz zum objektiv empfundenen deutschen Fernsehen, in Deutschland lebende Türken schätzen und nutzen beide Angebote.
Bei der abschließenden Podiumsdiskussion der Referenten, ergänzt durch Bremens Medienreferenten Ekkehart Siering sowie Radio Bremen-Programmdirektor Dirk Hansen, stellten alle Beteiligten fest, wie unterschiedlich öffentlich-rechtliche und private Sender mit Migration und Integration umgehen. Dirk Hansen betonte, dass nicht nur die Medien eine Rolle spielen würde, sondern auch, wie das Publikum mit der Berichterstattung umginge.
25.09.2009
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