Der Regierungsbezirk Braunschweig mit einer Bevölkerungszahl von rund 1,7 Millionen umfaßt das südöstliche und südliche Niedersachsen. Er erstreckt sich in südwest-nordöstlicher Richtung vom Nordrand der Stadtregion Kassel über das Niedersächsische Berg- und Hügelland und den Harz bis in den Südteil der Lüneburger Heide.
Im Osten grenzen die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen und im Süden Hessen an. Zu den großen Städten gehören Braunschweig mit über 250.000 Einwohnern und Göttingen, Wolfsburg und Salzgitter mit je rund 120.000 Einwohnern. Die drei kreisfreien Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg bilden zusammen mit den acht Landkreisen Gifhorn, Göttingen, Goslar, Helmstedt, Peine, Northeim, Osterode am Harz und Wolfenbüttel den Regierungsbezirk.
Das Braunschweiger Land Braunschweig, heute zweitgrößte Stadt Niedersachsens, wurde um 1142 zur Residenz Heinrichs des Löwen. Die vor 100 Jahren rekonstruierte Burg Dankwarderode, der Dom, der Palast und viele weitere historische Gebäude zeugen noch heute im Zentrum der Stadt von der führenden Rolle Braunschweigs unter den binnenländischen Hansestädten. Bereits früh versuchte die selbstbewußte Bürgerschaft, sich unabhängig von den welfischen Stadtherren zu machen, die deshalb 1432 für mehr als 200 Jahre ihre Residenz nach Wolfenbüttel verlegten.
Erst 1671 konnten die Welfen ihren Herrschaftsanspruch wieder durchsetzen und bestimmten in den folgenden 100 Jahren mit ihrer höfisch geförderten Kultur die Entwicklung der Stadt. In dieser Zeit entstand ein Kunst- und Naturalienkabinett, das heutige Herzog-Anton-Ulrich-Museum, eines der bedeutendsten Museen Norddeutschlands, und das Collegium Carolinum, das später zur Technischen Hochschule ausgebaut wurde.
Wie viele andere Städte wurde auch Braunschweig im 2. Weltkrieg stark zerstört und hat viel seiner alten Bausubstanz verloren. Heute ist die Stadt ein bedeutendes Universitäts-, Verwaltungs- und Versorgungszentrum. Sowohl die Physikalisch-Technische-Bundesanstalt als auch die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung haben hier ihren Sitz. An der Hochschule für Bildende Künste ist die einzige Filmklasse Niedersachsens angesiedelt.
Das rund 15 km südlich liegende Zentrum Wolfenbüttel blieb von Kriegszerstörungen weitgehend verschont und bietet einen gut erhaltenen historischen Stadtkern. Es erlebte als welfische Residenz ab Mitte des 15. Jahrhunderts für rund 300 Jahre eine beeindruckende Blütezeit, in der das Renaissanceschloß und die erste bedeutende evangelische Kirche entstanden.
Das kulturelle und gesellschaftliche Leben wurde geprägt durch die vielen Gelehrten und Künstler, die sich in der Stadt aufhielten, um in der „Bibliotheka Augusta", der damals größten Bibliothek des Abendlandes, zu studieren. Heute kann dort das teuerste Buch der Welt, das Evangeliar Heinrichs des Löwen, besichtigt werden. Leiter der Bibliothek war von 1770 bis zu seinem Tod der Dichter Gotthold Ephraim Lessing. Er schrieb hier die Dramen „Emilia Galotti" und „Nathan der Weise".
Nach Planungen der Nazis entstanden die beiden Industriestädte des Braunschweiger Landes, Wolfsburg und Salzgitter. Als Hitlers Pläne einer Volksauto-Fabrik ab 1938 umgesetzt wurden, wurde auf Wiesen und Feldern eine völlig neue Stadt gebaut, in der während des Krieges Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene statt Autos Kriegswaffen herstellen mußten.
Auch Salzgitter entstand erst 1942 durch eine Zwangsvereinigung von 28 Einzelgemeinden. Der planmäßige Abbau der riesigen Eisenerzlager durch die Nazis, begleitet vom Zuzug tausender Bergleute aus dem Ruhrgebiet, Saarland und Schlesien, machte die Gründung einer eigenen Stadt erforderlich.
Salzgitter mit rund 120.000 Einwohnern besteht heute aus 31 Ortsteilen, eine weiträumige Stadtlandschaft, die von Grünflächen, Wäldern und Ackerland unterbrochen wird. Zusammen mit Peine bildet Salzgitter nach wie vor das Zentrum der Schwerindustrie in Niedersachsen.
Im Osten Braunschweigs liegt der Elm, Norddeutschlands größter Buchenwald und Heimat Till Eulenspiegels, der um das Jahr 1300 in Kneitlingen geboren wurde. Nicht viel weiter, dicht vor der ehemaligen „Zonengrenze" bei Helmstedt, fressen sich die Braunkohlebagger seit mehr als 100 Jahren immer weiter und tiefer in die Erde.
In Holle (eigentlich zur Region Hannover gehörend) kann der Laves-Kulturpfad mit ägyptischer Pyramide und griechischem Tempel erkundet werden.