Göttingen / Harz
Die 1734 von Kurfürst Georg August von Hannover gegründete Universität hat die Entwicklung Göttingens seit der Zeit maßgeblich geprägt und die Stadt zum wissenschaftlich-kulturellen Zentrum Südniedersachsens gemacht. Mehr als 30 Nobelpreisträger haben in Göttingen gelehrt und mit zum Weltruhm der Georgia Augustina beigetragen.
Mehr als 30.000 Studenten füllen nicht nur die Hörsäle, sondern auch die vielen Kneipen in der
historischen Altstadt,
zu deren Prunkstücken das Alte Rathaus am Markt aus dem Jahr 1270 gehört.
Der Landkreis Göttingen zählt rund 280.000 Einwohner und erstreckt sich von der Weser bis in das südliche Harzvorland. Etwa 15 km von Göttingen entfernt liegt das
Durchgangslager Friedland,
nach dem 2. Weltkrieg für viele Heimkehrer und Flüchtlinge erste Anlaufstelle im Westen. Weiter nördlich in Ebergötzen befindet sich das Europäische Brotmuseum mit einer einmaligen Sammlung aus der Kulturgeschichte des Brotes.
Der niedersächsische Teil des Kaufunger Waldes vor Kassel gehört wie der Reinhardswald, der Bramwald und der Solling zum Oberweser-Buntsandsteingebirge, in das sich die engen Täler der Werra, der Fulda und der Weser bis zu 200 Meter tief eingeschnitten haben.
Am Zusammenfluss von Fulda und Werra liegt
Hann. Münden mit seiner sehenswerten Altstadt mit mehr als 400 Fachwerkhäusern. Im Sommer finden zur Erinnerung an den berühmten hier 1727 gestorbenen Arzt die Doktor-Eisenbart-Spiele statt.
Ab Hann. Münden verkehren auf der Weser Ausflugsschiffe. Man kann sich aber auch wie früher auf Flößen flussabwärts treiben lassen. Irgendwann erreicht man Bad Karlshafen, eine 1699 symmetrisch angelegte Hafenstadt, die vielen aus Frankreich vertriebenen Hugenotten Zuflucht bot.
Im Mittelalter führte eine Hauptroute des Fernverkehrs von Kassel über Münden in das Leinetal nach
Einbeck, das zu Beginn des 16. Jahrhunderts durch sein in alle Welt exportiertes Bockbier eine der größten norddeutschen Städte war. Auch heute pilgern zum Bockbieranstich am ersten Maiwochenende viele Besucher in die sehr gut erhaltene mittelalterliche Stadt, in der die bürgerlichen Brauhäuser an den zweigeschossigen Toreinfahrten zu erkennen sind. Südlich von Einbeck wurde 1365 zur Verteidigung der Heldenburg die erste Feuerwaffe Deutschlands eingesetzt.
Der Harz
Der Harz, das bedeutendste Mittelgebirge Norddeutschlands, genießt mit seinen Kur- und Wintersporteinrichtungen überregionales Interesse. Früher waren es vor allem die großen Erzlagerstätten, denen der Harz seine Bedeutung verdankte. Bereits im 16. Jahrhundert existierten die sieben Bergbaustädte Clausthal, Zellerfeld, Bad Grund, Wildemann, Laubenthal, St. Andreasberg und Altenau. Heute kann in zahlreichen Bergbaumuseen, besonders im Museum und Besucherbergwerk
Rammelsberg in Goslar, die harte Arbeit unter Tage nachempfunden werden.
Die
Stadt Goslar am nördlichen Harzrand wurde 1992 zusammen mit dem benachbarten ehemaligen Erzbergwerk
Rammelsberg in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Zahlreiche Talsperren erfüllen wichtige Funktionen im Hochwasserschutz und in der Trinkwasserversorgung. Auf dem Okersee bei Schulenberg verkehrt das einzige Fahrtgastschiff im Harz. Die höchsten Harz-Erhebungen auf niedersächsischem Gebiet sind der Wurmberg (971 m NN) - der von Braunlage aus mit einer modernen Kabinenseilbahn erreichbar ist - der Bruchberg (927 m NN) und der Achtermann (925 m NN). 1960 wurde das Gebiet zum Naturpark erklärt, und seit 1994 sind Teile des Harzes als Nationalpark ausgewiesen.