Oldenburg / Ostfriesland
Der Regierungsbezirk Weser-Ems entstand 1978 aus den Bezirken Oldenburg und Osnabrück. In der Region, die von den
Ostfriesischen Inseln
bis zum Teutoburger Wald und von der holländischen Grenze bis
zur Weser reicht, leben rund 2,3 Millionen Menschen in 12 Landkreisen und fünf kreisfreien Städten.
Das Oldenburger Land
Das eigentliche Oldenburger Land bietet vielfältige Regionen, vom Jeverland an der Küste bis zu den Dammer Bergen nördlich von Osnabrück. Oldenburg wurde bereits 1345 zur Stadt ernannt, doch erst ab 1502 begann man einen Wall und einen Wassergraben anzulegen. Heute erinnern lediglich ein
Pulverturm am Schloßwall und der „Lappan", der Turm einer spätgotischen Backsteinkirche, an die einstige Festung, die zeitweise zu Dänemark gehörte. Von 1786 bis 1918 war Oldenburg Residenzstadt. Aus dieser Zeit sind viele Gebäude erhalten. Die klassizistischen Fassaden bilden besonders am Theaterwall ganze Ensembles.
Heute hat Oldenburg rund 155.000 Einwohner und ist Sitz der Bezirksregierung Weser-Ems. Die neue Universität trägt zum Gedenken an den von den Nazis verfolgten Journalisten und Friedensnobelpreisträger den Namen Carl-von-Ossietzky-Universität.
Das angrenzende Ammerland ist der Garten Oldenburgs und vor allem bekannt durch seine Rhododendronblüte. In Rastede, dem
ehemaligen Sommersitz der Oldenburger Großherzöge, blüht im
Mai und Juni eine 270 m lange Rhododendronhecke. Ebenfalls im Ammerland liegt das Zwischenahner Meer, nach
dem Steinhuder Meer und dem
Dümmer
der
drittgrößte Binnensee Niedersachsens.
Jever, im Norden des Oldenburger Landes, erhielt bereits im 11. Jahrhundert das Stadtrecht und war in dieser Zeit ein wichtiger Handelsplatz an der Nordseeküste. Heute noch findet man dort reich verzierte Bürgerhäuser mit Barockgiebeln. Wer es etwas moderner liebt und sich gleichzeitig für Biere interessiert, sollte
das bekannte
friesische Brauhaus
mit Brauereimuseum besichtigen.
Wilhelmshaven entstand Mitte des 19. Jahrhunderts als preußischer Kriegshafen. Sehenswert sind
das Museums-Feuerschiff Norderney, das von Fritz Höger
1929 erbaute Rathaus und das Seewasser-Aquarium. In
Dangast am Jadebusen kann das Haus des Malers Franz
Radziwill besichtigt werden.
Ostfriesland
Im Wattenmeer vor der
ostfriesischen Küste
liegen die sieben Inseln Wangerooge, Spiekeroog,
Langeoog,
Baltrum, Norderney, Juist und Borkum. Norderney, die größte und geschäftigste der Inseln, ist das älteste deutsche Seebad (seit 1797). Die älteste Inselkirche befindet sich auf der autofreien Insel Spiekeroog. Auf Borkum, Langeoog und Wangerooge werden die Besucher mit der Inselbahn vom Fähranleger in die Orte gebracht. Jede der Inseln hat ihre eigene Geschichte und ihre Besonderheiten: Auf Borkum erinnern die Walknochen vor
vielen Häusern an die Zeit, als die Inselbewohner vom
Walfang lebten; die Dünen Langeoogs und Spiekeroogs sind
mit mehr als 20 Metern Höhe die höchsten natürlichen
Punkte Ostfrieslands.
Das Festland zwischen Dollart und Jadebusen mit den Städten Emden, Leer, Aurich und Norden kann auf der Störtebekerstraße, der Grünen Küstenstraße und auf den zahlreichen Kanälen erkundet werden.
Emden,
die größte Stadt Ostfrieslands, war im Mittelalter bereits eine bedeutende Seehandelsmetropole, in der mehr Schiffe registriert waren als in Hamburg oder London. Trotz schwerer Zerstörungen im 2. Weltkrieg sind einige der historischen Gebäude erhalten geblieben. Die Stadt bietet auch andere Sehenswürdigkeiten wie Otto Waalkes „Dat Otto-Huus" und das VW-Werk, das wirtschaftliche Rückgrat der Region. Von überregionaler Bedeutung ist die Kunsthalle, ein Geschenk des früheren „Stern"-Chefredakteurs Henri Nannen an seine Heimatstadt.
Leer,
an der Mündung der Leda in die Ems gelegen, kann wie Emden auf eine lange Handels- und Seehafentradition zurückblicken, während Aurich seine Meerferne als Residenzstadt kompensierte. Bei Aurich liegt die Alte Thingstätte am Upstalsboom, eine steinerne Pyramide, über die schon der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtete.
Noch bis Anfang dieses Jahrhunderts gab es zahlreiche Moore, über die man sich schaurige Geschichten erzählt. Die Kultivierung der Hochmoore begann Mitte des 17. Jahrhunderts nach dem Vorbild der holländischen Fehnkolonien. Aber erst als der Preußenkönig Friedrich II. 1765 jedem, der ins Moor ging, Glaubensfreiheit und Befreiung vom Militärdienst sowie eine finanzielle Unterstützung versprach, wagten sich immer mehr
Menschen zum Torfabbau und zur Trockenlegung in die
heimtückischen Moore. Auf der „Deutschen Fehnroute" können
die an Kanälen liegenden ehemaligen Moorsiedlungen
mit den zahlreichen Fehnmuseen erkundet werden.